HÄUFIGE FRAGEN – FAQ

Hier finden Sie Antworten auf Fragen von A – Z rund um die Pflege.

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Leistungen und Antrag

Fragen und Antworten rund um die Pflegeversicherung.

Wie hoch sind die Pflegesätze?

Pflegegeld für die häusliche Pflege

Menschen, die die Pflege eines Angehörigen selbst übernehmen, erhalten folgendes Pflegegeld pro Monat:

Pflegestufe 0 (gilt für Patienten mit eingeschränkter Alltageskompetenz): 123 Euro
Pflegestufe I: 244 Euro – mit Demenz: 316 Euro
Pflegestufe II: 458 Euro – mit Demenz: 545 Euro
Pflegestufe III (mit und ohne Demenz) 728 Euro

Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege

Wer einen ambulanten Pflegedienst engagiert, hat Anspruch auf monatliche Leistungen in folgender Höhe (so genannte Pflegesachleistungen):

Pflegestufe 0 (gilt für Patienten mit Demenz): 231 Euro
Pflegestufe I: 468 Euro – mit Demenz: 689 Euro
Pflegestufe II: 1.144 Euro – mit Demenz: 1.298 Euro
Pflegestufe III (mit und ohne Demenz): 1.612 Euro
Härtefall (mit und ohne Demenz): 1.995 Euro

Welche Pflegestufen gibt es?
Pflegestufe 0: Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz – das sind vor allem an kognitiven Einschränkungen wie Demenz erkrankte Menschen.
Pflegestufe I: Erhebliche Pflegebedürftigkeit. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen.
Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftigkeit. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen.
Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftigkeit. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) mindestens vier Stunden entfallen müssen.

Bei Pflegestufe III sollte geprüft werden, ob zusätzlich eine Härtefallregelung für besonders intensiven Pflegeaufwand und nächtlichen Hilfsbedarf vorliegen. In diesem Fall gibt es höhere Sachleistungen.

Was leistet eine Krankenversicherung, was eine Pflegeversicherung?

Grundgedanke der Krankenversicherung ist es, die Gesundheit zu erhalten, wiederherzustellen und dauerhafte Pflegebedürftigkeit zu verhindern. Die gesetzlich festgelegten Leistungen der Versicherung werden von den Krankenkassen erbracht.

Anders ist es bei der seit 1995 eingeführten Pflegeversicherung. Sie ist als soziale Grundsicherung beim Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu verstehen. Im Einzelfall kann es sein, dass der tatsächliche Bedarf des Pflegebedürftigen nicht voll durch die Grundsicherung der Pflegeversicherung abgedeckt ist.

Wie wird eine Pflegestufe festgestellt?

Für die Prüfung eines Pflegestufenanspruches muss zuerst ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Diese beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder unabhängige Gutachter, um die Pflegebedürftigkeit im Wohnumfeld festzustellen. Dabei wird der Zeitbedarf für bestimmte Tätigkeiten dokumentiert. Auf Basis dieses Gutachtens entscheidet die Pflegekasse über den Leistungsanspruch. Der Versicherte erhält die Beurteilung schriftlich.

Was tun bei Ablehnung einer Pflegestufe?

Wird keine Pflegestufe oder eine niedrigere Einstufung erteilt, ist ein Widerspruch nur innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Bescheids schriftlich möglich. Der Versicherte / Bevollmächtigte hat einen Anspruch auf Vorlage des erstellten Pflegegutachtens. Es ist ratsam, im Widerspruch professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Die Pflegekasse prüft die Begründung des Widerspruchs und entscheidet, ob eine erneute Begutachtung vorgenommen wird. Entspricht auch dieser Entscheid der Pflegekasse nicht einem berechtigten Anspruch, so besteht letztendlich die Möglichkeit, vor dem Sozialgericht zu klagen.

Pflegende Angehörige

Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen – rund 1,8 Millionen Menschen – werden in Deutschland zu Hause versorgt, sehr häufig von ihren Angehörigen. Hier finden Sie eine Übersicht der Hilfen für pflegende Angehörige.

Wie können pflegende Angehörige entlastet werden?

Es gibt vielfältige Kombinationsmöglichkeiten – je nach Bedürfnissen im Einzelfall kurz- oder langfristig.

 

Kurzzeitige Entlastungen: Kurzzeitige Engpässe entstehen, wenn die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder kurzzeitig nicht wie erforderlich erfolgen kann. Hier reicht in einigen Fällen eine teilstationäre Pflege aus, es kann aber auch eine vollstationäre Kurzzeitpflege beantragt werden.

Langzeitige Entlastungen: Langfristige Entlastungen wären beispielsweise die Hinzunahme von Pflegedienstleistungen (= Sachleistungen), wobei der nicht ausgeschöpfte Betrag der jeweiligen Pflegestufe als anteiliges Pflegegeld zur Verfügung steht.

Oft stellen bereits wohnumfeldverbessernde Maßnahmen eine spürbare Erleichterung bei der täglichen Pflege dar. Hier können Beratungsgespräche für den konkreten Einzelfall in sogenannten Pflegestützpunkten weiterhelfen.

weiter zu pflegende Angehörige

Welchen Leistungsanspruch haben pflegende Angehörige?
Bei Anspruch auf Pflegegeld steht die Verwendung grundsätzlich zur freien Verfügung. Die Leistung der jeweiligen Pflegestufe kann wahlweise als Sachleistung oder Pflegegeld in Anspruch genommen werden. Pflegekassen bieten für Angehörige kostenlose Pflegeschulungen an. Einige Kranken- und Pflegekassen finanzieren pflegenden Angehörigen spezielle Kuraufenthalte, bei denen Pflegebedürftige mitreisen dürfen.
Welche Anlaufstellen gibt es für pflegende Angehörige?
Kommunen und Pflegekassen haben vielerorts Pflegestützpunkte eingerichtet, da gesetzlich ein Anspruch auf individuelle Pflegeberatung besteht. Pflegestützpunkte in Wohnortnähe können beispielsweise bei der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege nach Postleitzahl gesucht werden. In Pflegestützpunkten werden wichtige Informationen vermittelt, aber auch konkrete Hilfe bei Fragen zu Anträgen oder Pflegeeinrichtungen besprochen. Das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit gibt unter der Telefonnummer 030/340 60 66-02 montags bis freitags Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen der Pflegeversicherung. Beim Versorgungsamt können Informationen zum Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis mit dem Recht auf bestimmte Vergünstigungen eingeholt werden.
Wie können Angehörige Pflege und Beruf vereinbaren?
Während der Arbeitszeit kann die Versorgung des pflegebedürftigen Verwandten durch eine Tagespflege erfolgen. Transport und Kosten der Tagespflege sind Leistungen, die die Pflegekasse unterstützt. Zusätzlich haben Arbeitnehmer, die nahe Angehörige pflegen möchten, einen Anspruch auf Pflegezeit, beispielsweise teilweise oder vollständige Freistellung bis zu sechs Monaten oder kurzzeitige Arbeitsverhinderung bis zu zehn Tagen.